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Hier eine Aufgabe aus dem Alltag: Versuch mal, weisse Zahnpasta auf weisse Zahnbürsten-Borsten aufzutragen, das Ganze vor dem Hintergrund eines weissen Waschbeckens. Nicht selten landete bei mir die Portion Zahnpasta auf den weissen Kacheln des Bodens . Das Beseitigen des Malheurs ist dann ein ähnliches Problem.

Dann habe ich die Lösung gefunden: Ich setzte meinen Tastsinn ein. Und zwar drücke ich mir die Zahnpasta nicht auf die Bürste sondern auf meine Zunge. Die ist bekanntlich sehr empfindlich und die Dosierung somit kein Problem. Auch das Auftragen der Paste auf die Bürste lässt sich leicht bewerkstelligen. Und die Mange von Zahnpasta am Boden hat sich stark verringert

Wenn ich mir das überlege, brauche ich den Tastsinn ziemlich oft - und nicht nur mit der Zunge. So suche ich in meiner Tasche nach den Kopfhörern ohne hinein zu schauen. Ich kenne die Form und Oberflächenbeschaffenheit des Etuis, das sich deutlich unterscheidet von jenem des Fernglases.  Ein anderes Beispiel ist das Geschirrspülen: Hier können die Finger kleinste Reste aufspüren, die dem Schwamm entgangen sind.

Oder ich ertappe mich dabei, dass ich Pflanzen anfasse. Das Blattwerk einer Hecke oder eine Baumrinde haben eine interessante visuelle Struktur und ich streiche mit der Hand darüber, um zu sehen, wie es sich anfühlt. Manchmal bestätigt sich so der Eindruck, manchmal fühlt es sich ganz anders an, als ich es mit den Augen wahrnehme.

Und schliesslich hilt der Tastsinn auch dabei, wenn doch mal wieder Zahnpasta auf den Boden fällt: Einfach mit der Hand über die Kacheln fahren, bis es schmierig wird. Da muss der Lappen dann hin.

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